Autofahren kann anstrengend sein. Insbesondere eine lange Autofahrt mit Kleinkind kann sich manchmal als einem Albtraum entpuppen – glaubt mir, ich rede aus Erfahrung 😉 Bei unserer letzten Autofahrt an die französische Atlantikküste standen wir kurz vor der Scheidung 😀

Für jede Strecke haben wir locker die doppelte Zeit gebraucht die wir eingeplant haben: 12 anstatt 6 Stunden. Insgesamt waren wir geschlagene 36 Stunden unterwegs – und die können mit einem quengeligen Kind seeeeehr lang sein.

Diesmal wollten wir es anders machen. Zugegebenermaßen fährt der Bube viel besser mit, seitdem wir von der Babyschale auf den Kindersitz umgestiegen sind. Ganz unabhängig davon ob vor- oder rückwärtsgerichtet. Das mag unter anderem damit zusammen hängen, dass er einfach schon älter ist und mehr mitbekommt, deswegen auch mehr Spannendes entdeckt und sich besser mit sich selbst beschäftigen kann. Aber wir haben uns ein paar Gedanken dazu gemacht, was ein Kind bei langen Autofahrten bei Laune halten kann und das möchte ich euch heute erzählen…

lange Autofahrten mit Kleinkind so klappts 10 tipps

Lange Autofahrt mit Kleinkind – 10 Tipps

1) Der Weg ist das Ziel – die Route

Letztes Jahr haben wir den Fehler gemacht, dass unsere Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Weg recht weit weg von der Autobahn waren. Die Fahrten dorthin haben uns eine gute halbe Stunde gekostet und das haben wir diesmal geändert. Wahrscheinlich war das ein Anfängerfehler, aber ich möchte euch diesen Tipp nicht vorenthalten: sucht etwas, was schnell von eurer Strecke aus zu erreichen ist. Das spart Zeit, Sprit und vor allem Nerven…

2) Realistische Etappen planen

Damals™, als wir noch ein unbeschwertes frisches Ehepaar waren, sind wir mit einer Übernachtung für die 1700km ausgekommen. Zurück haben wir es manchmal sogar in einem Stück geschafft. Mit Kind und Hund sieht es natürlich anders aus. GANZ anders aus. Deswegen ist es wichtig, dass man realistische Etappen plant und sich eher freut, eine Stunde eher da zu sein, als dass man sich darüber ärgert, völlig übermüdet und genervt anzukommen. Vor allem bei einer mehrtägigen Anreise fühlt man sich fit und die jeweilige Fahrtdauer ist absehbar – ein schönes Gefühl.

3) Rechtzeitiges Packen

Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber ich brauche ewig, bis alles im Auto verstaut ist. Deswegen fange ich wirklich früh mit dem Packen an: diesmal sagenhafte drei Tage vorher. Nach und nach wandern die Taschen in den Kofferraum, sodass man am Reisetag fast nur einzusteigen braucht.

4) Rhythmus des Kindes beachten

Etwa eine Stunde bevor der Kleine normalerweise seinen Mittagsschlaf hält sind wir losgefahren. So konnten wir die erste Stunde entspannt fahren (da wurde alles Mögliche aus dem Off kommentiert), die nächsten zwei noch entspannter und dann kam die erste Pause – schon ist eine ganz schöne Strecke geschaft.

5) Spannendes Spielzeug

Hier mussten ein Handy*, ein Feuerwehrauto* und ein Kipplaster* Monate auf ihren Einsatz warten. Ich hatte sie schon ewig im Schrank und musste mich sehr zusammenreißen, um sie nicht schon viel früher in die gierigen Hände des Kleinen zu geben. Aber es hat sich gelohnt: während der Fahrt haben die Teile für die Unterhaltung gesorgt und der Bube war zumindest eine Weile damit beschäftigt.

6) CDs mit Kinderliedern

Die Kinderlieder, die der Lütte von zu Hause kennt und mag, kommen mit. Die Zeiten, als wir mit viel zu lauter brasilianischer Musik gefahren sind, scheinen vorbei zu sein. Zumindest erstmal.

7) Ich habe Hunger! Ich habe Durst!

Wahrscheinlich habt ihr es eh alle auf dem Zettel, aber ich erwähne es trotzdem: es ist eine enorme Zeitersparnis, wenn man im Voraus plant was auf den Teller kommt. Obst und Gemüse vorschnibbeln, genug zu trinken dabei haben und es kann losgehen. Kleiner Tipp noch nebenbei: vor der Fahrt habe ich mir so eine Warmhaltebox* angeschafft und bin davon begeistert. Das fertige Mittagessen kommt morgens rein und ist zur Mittagszeit noch warm. Ich gebe zu, ich habe es bisher für etwas aus der Kategorie „Dinge die die Welt nicht braucht“ gehalten. Aber ich gebe auch zu, dass ich mich getäuscht habe: das Teil ist sehr praktisch und hilfreich, wenn man viel unterwegs ist.

8) Passende Kleidung für die Fahrt

Diese Kindersitze scheinen kleine Backöfen zu sein – der Bube schwitzt in der Regel sehr stark darin. Deswegen achte ich darauf, dass er tendenziell „zu dünn“ angezogen ist – genau richtig für die lange Autofahrt. Für die Pausen zwischendurch gibt es zur Not einen Pulli. Und da wären wir auch schon bei einem wichtigen Punkt:

9) Pausen, Pausen, Pausen

Ausreichende Pausen einzuplanen ist das A und O. Letztes Jahr waren wir bei jeder Pause in einer Zeitschleife gefangen: pinkeln, stillen, wickeln, mit dem Hund gehen, etwas zu essen holen und schon hieß es wieder: ich muss mal. Diesmal fiel das Stillen aus, was natürlich super für uns, aber schlecht für den Hund war: der musste etwas länger warten. Die Pausen wurden möglichst kurz, dafür aber möglichst aufregend gestaltet: der Bube ist viel rumgelaufen und rumgeturnt und wir konnten zügig weiterfahren.

10) Gute Laune einpacken!

Der letzte Tipp und vielleicht auch der wichtigste: Gute Laune nicht vergessen! Denn wenn das Kind so viel scheißt, dass der Kindersitz, das Polster, das Kind UND die Mama dreckig werden, hilft schlechte Laune nicht viel. Habe ich mir sagen lassen 😀 Es kommt eh immer anders und wie ich beim ersten Tipp schon sagte: der Weg ist das Ziel, wenn man eine lange Autofahrt mit Kleinkind vorhat.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch bei eurem Trip und wünsche euch eine wunderschöne Reise! Wo geht es denn hin wenn ich fragen darf?

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