Hallo, ich bin Daniela und ich habe hier und dort mal Angst.
Also nichts Schlimmes, ich denke, es ist die Art von Angst, die in der einen oder anderen Form jeden von uns irgendwann ereilt. Hier mal eine kleinere, dort mal eine größere Angst.

Gerade beschäftige ich mich mit meiner Zukunft. Nicht, dass sie mir Angst macht, ganz im Gegenteil. Es ist viel mehr eine aufgeregte Vorfreude. Gepaart mit der unermüdlichen Zuversicht, dass sie gut sein wird. Ganz sicher.

Anders sieht es mit meiner beruflichen Zukunft aus. Was die bringt, das weiß ich überhaupt nicht. Zu häufig lese ich über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und freue mich darüber, eine ganz klare Entscheidung getroffen zu haben: Familie. Erstmal. Ich habe es mir bequem gemacht und genieße gerade das Familienleben in vollen Zügen, mit allen Höhen und Tiefen.

Nur: wie lange dauert dieses Erstmal? Kündigt dieses Erstmal sein Ende rechtzeitig an und ich habe die Möglichkeit, mich ganz gemütlich darauf vorzubereiten? Mich neu zu orientieren? Mich gar neu zu erfinden? Hält mir das Leben einen bunten Strauß voller beruflicher Perspektiven unter die Nase und ich brauche nur danach zu greifen? Wartet die Welt auf mich, bis ich mich bereit fühle?

Nein, tut sie natürlich nicht. Das Erstmal ist schon längst vorbei und diese Zukunft, die ist jetzt. Sie fängt heute an. Eigentlich müsste ich mir eingestehen, dass sie schon gestern angefangen hat. Und das, meine Lieben, das macht mir Angst. So sehr, dass ich am liebsten die Augen davor verschließen würde. Daumen drücken und hoffen, dass es genauso weiter geht wie bisher. Als wäre mein momentanes Glück die perfekte Begründung dafür, mein jetziges Leben niemals verändern zu wollen.

Zur gleichen Zeit, am anderen Ende der Republik, sagt meine Svenja „Light up your future“. Und ruft mit diesem Workshop dazu auf, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und zur Gegenwart zu machen. Als hätte sie gerade meine Gedanken gelesen und all meine Fragen gehört! Was sich offenbar sofort auch 15 andere Frauen gedacht haben müssen – der Workshop war innerhalb von weniger als zwei Stunden ausgebucht.

Fragt nicht. Es war ein Reflex – ich konnte gar nicht so schnell gucken wie die Mail mein Postfach verlassen hat. Offenbar schnell genug: Ich konnte einen Platz ergattern. Ohne darüber nachzudenken, was das Ganze für mich wirklich bedeutet – mich meinen Ängsten zu stellen. Und denjenigen, die aufmerksam gelesen haben, wird es nicht entgangen sein: aus Singular wurde plötzlich Plural.

Hallo, ich bin Daniela und ich habe ganz schön Angst.
Ich fliege wirklich sehr ungern Angst. Ich bin in einem Raum mit fremden Menschen Angst. Wir stellen uns alle vor und ich bin gleich dran Angst. Alle Augen sind auf mich gerichtet Angst. Ich packe es nicht Angst. Ich werde mich niemals verwirklichen können Angst. Denn ich bin nicht gut genug Angst.

Es tut weh. Es tut weh diesen letzten Absatz zu lesen. Es tut weh so klar zu sehen, dass das, was ich vermeintlich als Päckchen durchs Leben trage, sich zu einer riesigen Truhe ohne Rädchen und ohne Henkel entpuppt, die mich nicht vorankommen lässt. Gleichzeitig erkenne ich darin die Chance, mein Leben zu verändern. Ich lese diesen letzten Absatz und weiß, ich habe den Schlüssel zu dieser Truhe – und nur ich kann darüber entscheiden, was mit dem Inhalt passiert. Ich erkenne darin die Chance, meine Zukunft zu gestalten.

Wenn Mütter sich beruflich neu orientieren: Wo geht die Reise hin? Vereinbarkeit von Familie und Beruf

All in.

Ich schreibe meine Kündigung. Ich schicke sie ab. Ich buche den Flug. Ich stelle mich hin und sage meinen Namen. Erzähle meine Geschichte. Schwärme von meiner Zukunft, von der ich noch nicht genau weiß, wie sie aussehen mag. Doch eins weiß ich: sie wird gut sein. Ganz sicher.

Das weiß ich deswegen, weil ich dabei etwas gefühlt habe, was ich (beruflich gesehen) schon lange vermisste: die Leidenschaft. Das, wofür ich brenne. Meine Neugierde, meine Kreativität, meinen Wissensdurst. Die Befriedigung die ich dabei empfinde, unbekannte Wege zu gehen, um die Ecke zu denken, Neues zu lernen.
Wohin mich das führen wird? Ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich: Dieses Feuer lasse ich nicht in einer geschlossenen Truhe ersticken.

Ich habe einige mutige Schritte gemacht – doch die meisten liegen noch vor mir. Ich muss diese neue Energie in meinen Alltag integrieren. Aufräumen. Alte Gewohnheiten loswerden. Manche Denkmuster sind mir in Fleisch und Blut übergegangen. Weg mit ihnen. Einatmen, ausatmen, loslassen. Ein Schritt nach dem anderen.

Meine berufliche Zukunft soll mir keine Angst machen. Mein Ziel habe ich ganz klar vor Augen: mein berufliches Traumleben bleibt nicht nur ein Traum. Das hat schon einmal geklappt. Mit meiner Ausbildung ging mein beruflicher Traum in Erfüllung. Und dass es nicht so blieb, das weiß ich jetzt, habe ich nur mir und meiner Truhe zu verdanken. Die ich jetzt nicht mehr durchs Leben schleppe. Ich breche auf zu neuen Ufern, in eine neue Zukunft! Begleitet ihr mich dabei?