In letzter Zeit ist es hier im Blog ziemlich ruhig gewesen. Das kommt daher, dass wenn ich erst einmal anfange, eine spannende Lektüre zu lesen, diese nicht mehr aus den Händen geben kann. Diesmal: Küchenprospekte. Ja, eine neue Küche soll her. Und ich sage euch was: Die Hausfrau von heute hat es nicht leicht mit der riesigen Auswahl. Und ich schon gar nicht – denn genau diese Flexibilität macht mich hier völlig zu schaffen.

Man sichtet eine wunderschöne Küche – und dann? Passen tut sie mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nicht, weil dann doch irgendwo eine Ecke zu viel oder zu wenig ist. Die Fronten können anders, die Arbeitsplatte sowieso, die Griffe sind eine Entscheidung für sich. Und je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Fragen kommen auf: Das Waschbecken aus Keramik oder Edelstahl? Die Regale offen oder mit Glastüren? Mit Schiebe-, Dreh- oder hochklappbaren Türen? Jede Entscheidung so entscheidend.

Doch wo fängt man überhaupt an? Ein Auszug meiner Leidensgeschichte – eine Art Hilfe bei der Küchenplanung.

1) Inspiration holen

Auch wenn man schon weiß, in welche Richtung die Reise gehen soll, empfehle ich einen Blick über den Tellerrand, denn man selbst kommt nicht immer auf die einfachsten Dinge und die Küchenberater können nicht alles wissen. Wunderschöne Küchen (unter anderen) gibt es hier zu bestaunen:

www.pinterest.com

www.houzz.com

Sowohl pinterest als auch houzz haben gute Apps für das iPhone. Und auch diese Seiten bieten eine Fülle an Anregungen:

Ich habe die schönsten Bilder auf Dropbox gespeichert, wofür es natürlich auch eine App gibt. So hat man seine Ideen sauber sortiert und kann sie überall mit hinnehmen.

2) Nachdenken

Weiter geht’s. Im Grunde genommen sammelt man auch in diesem Schritt erst mal Ideen, denn nicht alles ist sinnvoll oder lässt sich überhaupt umsetzen. Am besten setzt man sich hier mit Freunden zusammen, die gerne kochen. Oder die nicht nur zum Rauchen in der Küche sind. Ihr werdet staunen, wie viel Zeit man doch mit diesen Fragen verbringen kann:

  • Was stört mich in der aktuellen Küche?
  • Worauf möchte ich auf gar keinen Fall verzichten?
  • Was würde ich anders machen, was möchte ich übernehmen?
  • Was benutze ich am meisten und sollte deswegen sofort erreichbar sein?
  • Was muss in der Küche sein, aber am besten nicht sofort zu sehen?

Um einige Beispiele zu nennen. Selbst wenn man die alle beantwortet hat, kann man immer noch tiefer einsteigen: Was ist dann ergonomisch sinnvoll? Sollte man den Mülleimer unter dem Waschbecken haben? Um dann immer einen Schritt zurückgehen zu müssen, wenn man aus dem Waschbecken etwas wegwerfen möchte, damit die Schranktür aufgemacht werden kann? Auf welcher Höhe sollte man den Backofen haben – möchte man den riesigen Topf mit dem schweren Braten wirklich wuchten, damit der Ofen schön auf Augenhöhe ist?

Auch die Ecken möchten optimal ausgenutzt werden. Meine Freude, als ich im Küchenstudio den Drehschrank entdeckt habe, war leider von kurzer Dauer – mein Finger war schneller eingeklemmt als ich „Mein Finger!!! NICHT WEITERDR!!!“ sagen konnte. Also werden die Ecken wohl mit Schränken beglückt, die so eine nierenförmige Ausziehgeschichten haben. Oberfuturistisch.

Und sowohl Apothekenschränke als auch ganz lange Schubladen sind bestimmt toll – ich weiß zwar nicht genau wofür, aber ich will sie überall haben.

Eine sehr gute Planungshilfe war für mich die PDF-Datei von DYK-360 Küchen. Die Checkliste ist ein super Einstieg und auch die Anleitung Küchenplanung sehr hilfreich. Bei IKEA findet man aber ebenso wertvolle Informationen.

Ok. Ungefähre Vorstellung zusammenbekommen, Fragebögen ausgefüllt? Super. Weiter.

3) Planung

Mir fällt es absolut schwer, die Anordnung der Schränke vorzustellen. Wenn ich mir die eine Wand im Geiste durchgehen, habe ich die schon alles auf der einen Seite vergessen, bevor ich überhaupt in der Ecke angekommen bin. Ein Glück, dass man super mit kariertem Papier weitermachen kann. Schlecht, wenn immer ein Kästchen fehlt oder zu viel ist. Aber es gibt sehr gute Abhilfe: als ich bei Marquadt Küchen war, haben sie mir ein Paket in die Hand gedrückt. Mit kariertem Papier UND allen möglichen vorperforierten Schränken! Ich war so begeistert, dass ich mir sofort einen Termin für die Küchenschule habe geben lassen. Ha! Solche Planungshilfen gibt es aber auch im Übersichtskatalog von Nolte Küchen und mit Sicherheit im Internet zum Ausdrucken.

Ein Besuch im Küchenstudio lohnt sich an dieser Stelle also auf jeden Fall. Nicht nur um neues Spielzeug zu bekommen, sondern überhaupt einmal um zu schauen, was technisch alles so machbar ist. Mit den Nischen, mit den Oberschränken, mit den Ecken und so weiter.

4) Beraten

Nicht nur Küchen, Geräte, Fronten, Griffe und Arbeitsplatten sind unterschiedlich, neinnein. Auch die Qualität der  Beratung variiert stark. Und die braucht Zeit. Zwar immer weniger je besser man vorbereitet ist, aber trotzdem – obwohl ich mir schon viele Gedanken gemacht habe, saß ich heute über 3 Stunden bei einer Beratung. Und ehrlich: doll war die nicht. Ich möchte dass mir der Berater neue Ideen aufzeigt, auf Probleme hinweist und versucht, meine Wünsche zu berücksichtigen – dass er mich eben berät. Nächstes Wochenende stehen zwei Termine an – ich hoffe, da entpuppt sich einer als der richtige Küchenpartner. Ja, lacht nur – fangt selber damit an und ihr werdet schon sehen, wie ihr euch mit anderen Spinnern in der Küchenschule über Telleraufwärmer und Restebecken unterhalten werdet. Spätestens dann werdet ihr froh sein, den richtigen Küchenpartner gefunden zu haben :D

5) Entscheiden

So. Alles fertig? Glückwunsch! Wahrscheinlich kostet eure Küche jetzt über 30000€, da ihr u.a. auf diese tollen herausfahrbaren Steckdosen und den Herd mit dem Knopf to go nicht mehr verzichten möchtet. Ach Herrje.

Noch bin ich nicht soweit, dass ich auch nur im Entfernsten den Preis für die Traumküche in Erfahrung bringen kann – geschweige denn eine Entscheidung treffen. Ich hoffe nur, dass alles – Aussehen, Funktion, Budgetvorstellung – sich gut unter einem Hut bringen lassen. Und wenn alle Stricke reißen, kann ich immer noch die Spülmaschine weglassen: Hauptsache der Kassettenradio findet seinen Platz.

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É ruim de eu traduzir isso aqui tudo, heim? Prefiro ir com voces na loja de cozinha.