Leute. Ich breche zusammen. Ich habe in den letzten drei Wochen einen wunderwunderwunderschönen Urlaub gehabt. Jeden dritten Morgen habe ich mich gefragt, ob das Wetter schlecht ist. Ob mir irgendwas weh tut. Ob ein Einbrecher über Nacht alle meine Sachen geklaut hat. Oder ob die Tür von draußen versperrt wurde. Schon bei einer positiven Antwort hätte ich schön im Bett liegen bleiben können, mit einem schönen Buch und irgendetwas zu naschen. Aber nein, ich habe alles kontrolliert, alles war noch da, Klamotten, Beine und geteerte Straßen. Also bin ich joggen gegangen. Wie immer mit der Einbildung wie schön das alles ist und wie mächtig stolz ich auf mich sein kann, dass ich meinen inneren Schweineneufundländer bezwinge. Ich bin Fahrrad gefahren, habe so viel Tischtennis gespielt, dass die chinesische Olympiamannschaft glatt neidisch auf mein Training gewesen wäre. Als ich nach Hause kam, wollte ich weder Koffer auspacken noch mich ausruhen, sondern die Früchte meiner Arbeit auf der Waage ernten. Und siehe da: keine 10, keine 7, keine 3 Kilo weniger, nein! 10 (in Wort: zehn) Gramm. 10 ! Gramm ! Wisst ihr was das ist? Wahrscheinlich ein halber Teelöffel Kakao. 10 Gramm! Dafür, dass ich mich gequält habe, jeder Schritt ein Knack in den Knien, jeder Schritt ein Stich in meinen eingewachsenen Zehennagel. Meine Gelenke, meine Frisur, meine Zeit, meine Geduld und meine Überredungskünste für 10 verkackte Gramm. Jetzt mal ganz ehrlich.

Ihr wisst ja, was ich im Allgemeinen von Joggen halte. Aber jetzt bin ich so richtig genervt. So richtig genervt. SORICHTIGGENERVT.

Und was macht man in so einem Fall? Richtig, shoppen. Also bin ich heute losgezogen, nachdem ich gestern die App Nike Training Club entdeckt habe. In meinem Warenkorb:

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Ein Tür-Reck
Toll! Das Ding kann man nicht nur oben einklemmen und Klimmzüge machen (in meinem Fall: üben), sondern auch noch unten für Situps! Überzeugt. Nach Hause gekommen und festgestellt, dass man dafür Schrauben an die Türrahmen bohren muss. Und nach jedem Mal wieder abbauen. Great! Wieder eingepackt, kommt morgen wieder dahin, wo er heute hergekommen ist. Bin für jeden Tipp dankbar, ob es die Dinger auch ohne Schrauben gibt.

Eine Fit for Fun Zeitschrift
Die Bildzeitung für den Sportfan. Auf der einen Seite „Milch macht dick“. Auf der anderen „Milch macht dünn“. Ich würde schon einiges tun, um dafür Redakteurin zu werden. Dann könnte ich mich mit mindenstens genauso wertvollen Tipps rächen: „Verzichten Sie zwei Monate lange auf Fett, Eiweiss, Pasta, Milch, Obst, Kohlenhydrate, ach was rede ich, nähen Sie sich den Mund zu! Der neueste Hype in Hollywood!“

Ein Medizinball
Den ich heute das erste Mal in der Hand hatte. Und den ich davor ja hochheben musste – schon witzig, wenn man mit dem Gewicht von einem Basketball rechnet und das 8kg-Ding runterfällt, genau auf die gerollten Sportmatten, die dann überall verteilt werden… Damit mein Leben nicht für die Werbung der HDI-Versicherung verfilmt wird, habe ich erst mal das 3kg-Einsteigermodell genommen.

Eine Sportmatte
Ja, heute gelernt, dass sie nicht Fußmatte heißt. Und dass es für jede Sportart eine andere Matte gibt. Für Yoga mit Blumen, für Kampfsport mit Tragegriffen… Toll.

Nike Training Club – die App.
Heute das Training mit Hope Solo. Und das für den Bauch. Wahrscheinlich muss ich morgen in die Arbeit eingeflogen werden. Unglaublich, wie viele Stunden so während 30 Minuten vergehen.

So. Und wenn alles nichts hilft, kaufe ich mir eben eine neue Waage.