Wenn diese Woche um ist, werde ich einen Tag weniger gearbeitet haben als normalerweise. Und das nicht nur des Feiertages wegen.
Dass ich auf der Arbeit kürzer trete halten viele für ziemlich bescheuert. Sogar ich, wenn ich ganz ehrlich sein soll.
Aber. Will ich mich mein ganzes Leben fragen, wie das gewesen wäre, wenn ich es nicht ausprobiert hätte?

Ich bleibe zu Hause. Ich bleibe bei mir. Ich bleibe bei Emmy. Es sind so unglaublich viele Wünsche, die auf einmal in Erfüllung gehen. Es fühlt sich alles so neu an. Und so gut.

Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich wirklich den Schritt wagen soll. Es ist nun über zwei Jahre her, dass ich vor mich her bastele, filze und nähe. Und obwohl Freunde und Familie mich motivieren, ich soll daraus endlich etwas machen und die Sachen unter die Leute bringen, sehe ich die Fragezeichen in ihren Augen, ob das nun der richtige Weg ist.

Woher sollten sie das auch wissen, wenn ich es selber noch nicht weiß? Weiß es überhaupt einer, bevor er seinen Weg geht?

Die Pfade auf meinem bisherigen Weg haben über so viele Umwege geführt,dass ich nur eins sicher sagen kann: ich bin dankbar, jedes Mal mit Anlauf die längere Strecke gelaufen zu sein.

Also werde ich jetzt einmal mehr die Woche nicht nur meiner Emmy beim Wachsen zuschauen, sondern auch meine Energie – soweit die Kleine es zulässt – in meine Nähprojekte stecken. Liebevoll und detailverliebt werde ich anfangen, zwischendurch wutentbrannt alles in die Ecke pfeffern, um nach drei Korrekturrunden das Projekt endlich selig abzuschließen. Oder auch nicht. Denn auch dafür möchte ich mir die Zeit nehmen – mich (zumindest jeden Freitag) neu herauszufordern.

Das ist meine eigene kleine Revolution. Vielen Dank an revolution.is – die grandiosen wöchentlichen Geschichten haben Ihren Teil zu meiner Entscheidung beigetragen.