Ich habe ein besonderes Verhältnis zu Notizbüchern. Ich besitze unzählige davon und nie, aber auch wirklich nie, habe ich eins dabei, wenn mir etwas ganz ganz tolles einfällt und ich es sofort aufschreiben möchte. Ich will gar nicht wissen, wie viele Blogideen mir so durch die Lappen gegangen sind. Auch online sah das bei mir lange nicht gut aus: habe ich etwas Interessantes gefunden, schickte ich es mir per E-Mail. Am Ende eines Tages hatte ich ca. 10 neue Mails von mir die ich am liebsten alle ungelesen gelöscht hätte, denn wer soll den ganzen Quatsch – vor allem so unsortiert – noch einmal durchlesen. Aber weil es mir zu viel Mühe gemacht hätte, ignorierte ich sie einfach – bis Evernote in mein Leben kam und meinen Bloggeralltag erheblich erleichterte.

Evernote ist ein mächtiges und trotzdem sehr einfach zu bedienendes Online-Tool um Notizen zu speichern. Es ist – in der vollkommen ausreichenden Basisversion – kostenlos und auf sehr vielen Plattformen verfügbar.

Egal ob ich am Strand oder am PC sitze – wenn ich weder ein „echtes“ Notizbuch dabei habe noch mir eine Mail schicken möchte, ist Evernote jetzt immer meine erste Wahl. Auf iPhone, iPad, Laptop, Desktop bin ich überall eingeloggt und meine Notizen sind über alle Geräte synchron.

Wie benutzt man Evernote?

Die Bedienung von Evernote ist sehr einfach. In der Übersicht hat man alles auf einen Blick:

Bloggen mit WordPress und Evernote

  1. Liste der Notizbücher. Hier werden nur meine Favoriten angezeigt – die die ich am häufigsten brauche und deswegen schnell zugänglich haben möchte
  2. Liste aller Notizen, Notizbücher, Schlagwörter, Atlas und Galerie.
  3. Liste der Notizen im ausgewählten Notizbuch
  4. Inhalt der aktuellen Notiz

Diese Übersicht kann man nach Belieben anpassen: Notizbücher können in die Seitenleiste gezogen und somit zu Favoriten gemacht werden, die Notizen in einem Notizbuch können als Liste oder kleine Karten (inkl. Vorschaubilder) angezeigt werden und auch die Anzeige auf einer Weltkarte ist möglich.

Ideen sammeln

Evernote hilft mir schon bevor ich überhaupt mit der Verwaltung von Ideen begonnen habe – nämlich mit der Sammlung. Finde ich etwas interessantes im Internet, schicke ich mir nicht wie früher den Link per Mail, sondern speichere die URL, einen Textauszug oder ein interessantes Bild in Evernote. Ich kann diese Notiz dann mit Schlagworten versehen, in das entsprechende Notizbuch packen und mich mit der neuen Erinnerungsfunktion daran erinnern lassen.
Man kann Evernote mit weiteren Tools ergänzen, die das Sammeln von Ideen erleichtern: mit Skitch kann ich Screenshots und Skizzen erstellen, mit Evernote Webclipper Webseiten komplett oder zum Teil in Evernote speichern.

Bloggen mit Evernote: Ideen und Beiträge verwalten

Früher hatte ich überall Zettel, Mails und Handyfotos mit irgendwelchen Ideen rumfliegen. Irgendwann wusste ich nicht mehr, ob ich sie schon gelesen, gebloggt, für schlecht befunden oder einfach nur woanders archiviert habe. Mit Evernote habe ich versucht mir einen Workflow einzurichten, um eben dieses Problem zu lösen – meine Ideen und fertigen Beiträge werden nur noch damit verwaltet.
Vier Notizbücher helfen mir dabei: Blog Ideen, Bilder fehlen, Lesen und Fertige Beiträge.
Erste Ideen kommen in den ersten Ordner „Blog Ideen“ ganz unsortiert rein. Hier schaue ich immer mal nach, wenn ich gerne über etwas bloggen möchte aber nicht weiß worüber :)
Habe ich eine Idee ausformuliert und halte sie für gut, verschiebe ich die Notiz in den Ordner „Bilder fehlen“. Dort sammele ich einige Beiträge und mache dann die Bilder auf einmal. Das ist vor allem für längere Bilderstrecken wie Tutorials gut – alle Bilder werden so unter dem gleichen Licht aufgenommen.
Ist das fertig, kommt die Notiz in den Ordner „Lesen“. Da gucke ich nochmal drüber, ob ich noch Fehler entdecke oder den Beitrag noch weiter vervollständigen kann.
Tipp: ich versuche möglichst nicht Korrektur zu lesen, während ich einen Beitrag schreibe. Irgendwie hemmt mich das und führt nur dazu, dass ich langsamer werde und im Kopf vorgefertigte Ideen vergesse. Daher die Trennung, die ich nur empfehlen kann.
Kann der Beitrag veröffentlicht werden, kommt er in den Ordner „Fertige Beiträge“.

WordPress-Plugins um Evernote im Blog zu integrieren

WP Evernote Site Memory
Für Button-Fetischisten eine schöne Sache. Mit diesem Plugin kann man seinen Beitrag für Evernote-Nutzer als Clipping zur Verfügung stellen. Klickt der Besucher auf den Button, kann der Beitrag in sein Evernote-Notizbuch importiert werden.

EverPress
Freigegebene Notizbücher können in WordPress importiert werden. Das Plugin erlaubt es, die Beiträge vorzudatieren und weitere Einstellungen vorzunehmen (wie Autor, Kategorie, Schlagwörter etc.)

Beide Plugins habe ich noch nicht getestet… Vielleicht kommt das noch. Falls ihr schon Erfahrung damit gemacht habt, könnt ihr es gerne sagen.

Tipps & Tricks – das meiste aus Evernote rausholen

Sprach- und Videoaufzeichnungen
Habe ich noch nie gemacht, aber es geht. Wahrscheinlich super, wenn man ein Interview führt oder im Auto nicht tippen kann.

Notizen und Notizbücher teilen
Benutze ich häufig, um zusammen die Einkaufsliste zu erledigen, erste Ideen zu einem Projekt zu teilen oder gemeinsam an einer Recherche zu arbeiten.

Ortsbezogene Notizen
Helfen mir z.B. bei der Recherche für ein neues Auto / für eine neue Wohnung. Wenn ich eine Anzeige sehe und diese in Evernote speichere, kann ich einen Ort hinzufügen und die Route für die Reihenfolge der Besichtigungen besser planen.

Erinnerungsfunktion
Ich kann zu jeder Notiz eine Erinnerung hinzufügen. Perfekt wenn man an Auktionen teilnehmen möchte oder ein bestimmtes Todo zu einem Zeitpunkt erledigt haben möchte.

Browser-Erweiterungen
Mit dem Evernote-Webclipper kann ich jede Website mit einem Klick an Evernote senden. Ich kann auswählen, ob die ganze Website oder nur ein Ausschnitt davon gespeichert werden soll – ebenso kann ich ein Notizbuch aussuchen und Schlagwörter hinzufügen.

Mächtige Suche
Ich kann auch auf Fotos nach Text suchen – genial! Mein Anwendungsfall: Pinterest-Bilder, die Text enthalten samt URL speichern und vor allem wiederfinden – bei Pinterest selbst ein Ding der Unmöglichkeit.

Evernote Premium
Der Dienst an sich ist kostenlos und diese Basisversion ist eigentlich völlig ausreichend. Als Premium-Nutzer hat man aber die Möglichkeit

  • auf mobilen Apps Offline-Notizbücher zu nutzen (braucht man aber nicht, weil die Notizen erstmal lokal gespeichert werden, wenn man gerade kein Netz hat)
  • größeres Upload-Kontingent: 1GB anstatt 60MB / Monat (braucht man aber nicht, ich arbeite so gut wie jeden Tag damit und 60MB reichen vollkommen aus – es sei denn man will Videos etc. speichern)
  • PDF-Dateien werden durchsuchbar und die Texte auf Bildern werden schneller erkannt (braucht man aber nicht, wenn man nicht so viele PDF-Dateien hat – die Texte auf Bildern werden trotzdem gefunden, wenn auch nur etwas später)
  • Gemeinsam an einer Notiz / an einem Notizbuch arbeiten: man kann in der kostenlosen Version seine Notizen zwar teilen, andere können aber nicht daran weiterarbeiten, sondern nur lesen (braucht man zwar nicht unbedingt, ist aber schon ganz nett – vorausgesetzt, die andere Person nutzt auch Evernote)
  • Die Premiumversion kostet 5€/Monat oder 40€/Jahr. Ich selbst habe einige Monate lang kostenlos Evernote genutzt und verwende nun die Premiumversion – für diese großartige Software, die meinen Alltag so sehr erleichtert, finde ich den Preis ok.
  • Tipp! Als Telekomkunde hat man (noch) die Möglichkeit, die Premiumversion ein Jahr lang kostenlos zu testen.

Ihr seht, ich bin von Evernote begeistert und nutze dieses Werkzeug mehr als regelmäßig…
Wie organisiert ihr euch, vor allem was eure Beiträge angeht? Setzt ihr noch auf das klassische Papier, habt ihr immer ein Heft dabei oder behaltet ihr alles im Kopf? Benutzt ihr vielleicht sogar Evernote?

Blogger-Freutag: Teil 13 von 18