Zeit zaubern, das wär’s. Wenn ich es könnte, was würde ich mit der neu gewonnenen Zeit machen? Wahrscheinlich würde ich sie mit Dingen voll packen, die ich schon immer mal machen wollte. Eine neue Sportart ausprobieren, im Internet über das eine oder andere interessante Thema recherchieren, Freunde treffen die ich schon länger nicht gesehen habe… Soll heißen: die mühsam hergezauberte Zeit würde ich ganz normal erleben.

Das hört sich im ersten Moment gar nicht so schlimm an. Allerdings hat meine Alltagsgestaltung zur Folge, dass ich in der Woche selten vor 23 Uhr zu Hause bin und dass ich mit Freunden Monate im Voraus einen Termin zum Wiedersehen vereinbare. Wir wollen uns am Wochenende treffen? Da wäre Ende September noch was frei. Neidisch schiele ich auf Freunde und Kollege, die sich spontan auf ein Bier treffen oder die nicht wie ich an einem Abend drei Termine zu wuppen versuchen und sich dafür total abhetzen.

Der kommt nicht mit, den will ich nicht dabei haben. Nein, nein.

Ich weiß gar nicht, wann es bei mir mal anders war. Was ich aber weiß: in letzter Zeit wächst es mir immer mehr über den Kopf. Die E-Mail einer Freundin, ob ich denn nicht dieses und jenes erledigt hätte – für mich Grund genug mit einer bösen E-Mail zu antworten um hinterher mit Tränen in den Augen anzurufen und mich zu entschuldigen. Weil ich auf dem Ohr empfindlich bin und mit meiner Zeit nicht zurande komme. Hmm, bedenklich. Aber es wird noch schräger:
Beim letzten Campingausflug auf Fehmarn habe ich sogar den Kalender mit Absicht zu Hause gelassen, um diese räumliche Trennung bewusst zu genießen. Ja, ich bilde mir ein durch den Abstand könnten die Termine mich nicht nerven – jeder ist eben anders verrückt.

Zeitfresser #1: sinnbefreite Newsletter

Zeit etwas zu ändern, Stück für Stück. Und weil auch das digitale Leben voller Ablenkung und Zeitfressern ist, mache ich hier den Anfang: den berühmten Unsubscribe-Klick für meine Newsletter. Immer wenn ich konzentriert versuche etwas zu machen, heißt es „Pling“ und schon surfe ich gedankenlos auf irgendeiner unwichtigen Website die versucht mir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schluss damit!
Auf Anhieb konnte ich mich von den ersten 29 Newslettern verabschieden. Ja, neun-und-zwan-zig. Und ich wette, ich werde noch welche bekommen – von ihnen werde ich mich aber auch schnell verabschieden.

Ist dieser Platz noch frei? Den nehme ich.

Zeit sparen Tricks

Freie Lücken im Terminkalender? Her damit. Dani, Dani, Dani – ich freue mich auf die Verabredungen mit mir! Überall habe ich meinen Namen eingetragen, damit ich ja nicht wie sonst immer alle Tage mit irgendetwas voll packe. Bloggen, nähen, basteln, lesen oder auch nur schlafen und die Gedanken kreisen lassen – ich kann es kaum erwarten.

Augen auf!

Ich muss gestehen, die beiden Tipps oben kommen von der weisen Loved Food, die nach meiner bösen E-Mail (sorry, Herz!) nichts mehr von meinem Freizeitstress hören wollte und so lange neben mir saß, bis ich die Newsletter abbestellt und meinen Namen in den Kalender eingetragen hatte. Danke danke danke dafür!
Sicher gibt es aber noch eine ganze Reihe von Zeitfressern… Ich hoffe, ich kann sie alle finden und um die Ecke bringen.

Bis dahin würde ich mich aber total freuen, wenn ihr mir eure Tricks verraten könntet. Welche Zeitfresser konntet ihr bisher erfolgreich bekämpfen? Wie plant ihr eure Freizeit? Seid ihr immer unterwegs?