Der Kinderwunsch bei Regenbogenfamilien: Inzwischen ist es möglich, sich in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft den Traum von einer eigenen Familie zu erfüllen. Doch wie gut sind diese Paare informiert? Wie zufrieden sind sie mit ihrer aktuellen Situation? Welches sind die Barrieren, welches die Perspektiven der Betroffenen?

Welch große Rolle das Thema Kinderwunsch auch in unserer Familie spielt kannst du dir wahrscheinlich vorstellen. Unendlich viel Zeit haben wir damit verbracht, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir diesen Wunsch realisieren möchten. Was es für Möglichkeiten gibt. Welche Konsequenzen jede Entscheidung mit sich bringt und welche davon wir uns in unserem Familienleben vorstellen können.

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An dem regelmäßigen Leser wird die Zeit unseres Kinderwunsches wahrscheinlich nicht spurlos vorbeigegangen sein. Die unzähligen Versuche mit der Bechermethode haben uns zugesetzt. Psychisch und auch logistisch wurde uns eine Menge abverlangt – der Kinderwunsch blieb unerfüllt. Die Begleitung durch verschiedene Ärzte, die mehr oder minder gewillt waren, uns bei der Erfüllung unseres Traumes zu helfen. Die Überlegung, eine Insemination im Ausland vorzunehmen. Die Entscheidung für eine deutsche Klinik – Versteckspiel inklusive. Von der angespannten finanziellen Situation während und nach den vielen ICSIs fange ich gar nicht erst an. Und trotzdem: wir würden alles nochmal tun, um unseren Traum von Familie erfüllen zu können. Haben wir ja auch

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Heutzutage ist einiges einfacher geworden. Seit 2001 gibt es die eingetragene Lebenspartnerschaft. Seit 2005 haben Paare, die sich in einer solchen Lebenspartnerschaft befinden die Möglichkeit der Stiefkindadoption. Seit 2017 kann diese Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt werden bzw. man lässt diesen ungelenkigen Begriff sein und heiratet einfach 😉
Nichts desto trotz: In Sachen Kinderkriegen haben Regenbogenfamilien es immer noch schwer. Wenn weder eine Adoption noch das Leben als Pflegefamilie in Frage kommt, bleibt häufig die künstliche Befruchtung als einzige Möglichkeit. Und genau hier werden Regenbogenfamilien noch Steine in den Weg gelegt. Die Samenspende ist in Deutschland zwar grundsätzlich erlaubt, aber die Befruchtung lesbischer Paare wird derzeit lediglich in Hamburg und Berlin standrechtlich geduldet.
Die Gesetzeslage verändert sich natürlich ständig. Dadurch geht es zumindest mir so, dass ich häufig nicht weiß wie der aktuelle Stand gerade ist und mich in meinen Entscheidungen verunsichert fühle.
Wie sieht die rechtliche Lage aus, wenn ich auf einen anonymen Spender zurückgreife? Wenn ich den Spender kenne und ihn zum Kinderwunschzentrum mitnehme? Darf ich erzählen, dass ich mit meiner Frau verheiratet bin? Oder muss ich so tun, als wäre ich mit dem Spender zusammen? IVF, ICSI, Kryokonservierung, was ist das Richtige für mich? Wie kann ich die immensen Kosten für eine künstliche Befruchtung als Selbstzahler im Zaum halten? Übernimmt die Krankenkasse zumindest einen Teil von ihnen? Ist das eine außergewöhnliche steuerliche Belastung die ich geltend machen kann?
Fragen über Fragen und ja, ganz genau so geht es fast jeder Regenbogenfamilie, die ich kenne – und auch denen, die ich im Rahmen meiner Interviewreihe „Regenbogenfamilien erzählen“ hier bereits vorstellen durfte.

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Regenbogenfamilien helfen Regenbogenfamilien

Die vielen Unsicherheiten sowie die vielen Fragen haben uns letztendlich dazu gebracht, uns bei dem zweiten Kinderwunsch ein neues Kinderwunschzentrum zu suchen. Eines, in dem wir uns mit unseren Sorgen und Gedanken ernst genommen fühlen. Eines, das durch Expertise und medizinische Kompetenz eine gezielte Beratung ermöglicht, die uns unsere Ängste nimmt. Eines, das unseren Traum wahr werden lässt.

Genau ein solches Zentrum wünsche ich jedem Paar mit Kinderwunsch. Und insbesondere Regenbogenfamilien kann ich das VivaNeo Kinderwunschzentrum ans Herz legen. Die VivaNeo Gruppe ist ein Verbund von Kinderwunschzentren in Deutschland, Dänemark, Österreich und den Niederlanden. Und genau das macht das Zentrum für uns Regenbogenfamilien interessant: die StorkKlinik in Dänemark ist auf die Behandlung lesbischer Paare spezialisiert und in den Loimer-Kliniken in Österreich sind Eizellspenden legal. Auch in Berlin können lesbische Paare behandelt werden. Ganz nebenbei werden neben dem klinischen und wissenschaftlichen Austausch auch hohe Qualität und Erfolgsraten bei der Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches versprochen – ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt bei der ganzen Geschichte.

Mitmachen! Eine Umfrage

Um die schwierige Situation lesbischer Frauen mit Kinderwunsch in Deutschland breit zu thematisieren und eine öffentliche Diskussion anzustoßen, ruft VivaNeo zu einer Studie auf, die ich unbedingt teilen möchte. Es geht um Fragen zu z.B.

  • Wissensstand (wie gut fühlt man sich über das Thema Reproduktionsmedizin und Kinderwunschbehandlungen insgesamt informiert?)
  • Akzeptanz (Reaktionen auf das Thema künstliche Befruchtung im Freundeskreis und sozialen Umfeld)
  • Zufriedenheit mit der aktuellen gesetzlichen Lage (Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlung in Deutschland)
  • Barriere und Perspektive für Betroffene

Die Umfrage dauert keine fünfzehn Minuten und erfolgt natürlich anonym. Wer mitmachen möchte, kann eine formlose E-Mail an Kinderwunsch.Umfrage@g-i-m.com mit dem Betreff „Teilnahme Kinderwunschstudie“ schicken und bekommt den Umfragelink zugeschickt. Ich habe gerade mitgemacht und freue mich wenn du auch dabei bist! Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt und werde natürlich auch hier darüber berichten. Danke, dass du etwas dazu beiträgst!

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Dieser Beitrag ist in Kooperation mit VivaNeo Kinderwunschzentrum entstanden.