Das Leben ist bunt! Ein neues Interview mit Regenbogenfamilien ist online und bereit, von euch gelesen & geherzt zu werden ❤
Steffi und Domi aus Berlin geben uns heute einen Einblick in ihr Leben unter dem Regenbogen! Vielen lieben Dank für eure offenen Worte und euch allen viel Spaß beim Lesen. Alle Bilder sind von Sandra Ritschel.

Regenbogenfamilie Interview lesbische Mamas
Foto: www.sandra-ritschel.de

Interview mit einer Regenbogenfamilie

Wir sind Steffi und Domi mit unseren zwei Zaubermädchen Helena (4 Jahre) und Mila (6 Monate). Wir wohnen in Berlin und starten nächstes Jahr ins nächste Abenteuer – Haus bauen.

Gemeinsam ein Kind zu bekommen – wann ist diese Entscheidung gefallen? 

Diese Entscheidung stand von Anfang an fest. Wir kannten uns schon sehr lange, als wir 2011 zusammengekommen sind, ich (Steffi) habe mir schon immer Kinder gewünscht.

Regenbogenfamilie aus Berlin im Interview
Foto: www.sandra-ritschel.de

Wie gingen Freunde und Familie damit um, als ihr ihnen von eurem Kinderwunsch erzählt habt?

Wir haben nicht viele in die Planungen miteinbezogen, weil wir erst darüber sprechen wollten, wenn es wirklich spruchreif ist. Einige enge Freunde wussten Bescheid und haben uns immer unterstützt.

Was für Gedanken und Sorgen habt ihr zu der Zeit gehabt?

Wer von uns schwanger werden würde, war klar. Ich bin etwas älter und wollte unbedingt schwanger werden. Wir haben uns keine großen Sorgen gemacht, sondern darauf vertraut, dass alles gut wird. Ich hatte zwar Angst, dass es lange dauert, bis ich schwanger werde, aber zumindest beim ersten Mal war diese Sorge unbegründet.

Wie ist euer Kinderwunsch in Erfüllung gegangen?

Für Domi war es wichtig, dass keine dritte Person in unserem Leben aktiv eine Rolle spielt, deshalb war klar, dass wir mit Hilfe einer Samenspende schwanger werden wollten. Zuerst hatten wir den Plan nach Dänemark zu fahren, bis wir durch Zufall erfuhren, dass es in Berlin zwei Kinderwunschkliniken gibt, die auch lesbische Paare behandeln. Wir haben dann bei einer einen Termin gemacht und dann ging alles ganz schnell. Es war sogar tatsächlich recht unkompliziert, zumindest bei unserer großen Tochter. Nach dem 2. Versuch war ich schon schwanger und wir überglücklich. Leider hat unser zweites Wunder lange auf sich warten lassen, wir hatten einige Enttäuschungen, aber den Glauben an ein Geschwisterchen für Helena haben wir nicht verloren. Zum Glück hat sich das Warten gelohnt.

Regenbogenfamilie erzählt im Interview über Kinderwunsch und Klinik in Berlin
Foto: www.sandra-ritschel.de

Habt ihr eure Kinder über eure Familienkonstellation aufgeklärt?

Für Helena und auch für all ihre Kitafreunde ist es selbstverständlich, dass sie zwei Mamis hat. Bisher gab es da weder Nachfragen noch komische Anmerkungen und das, obwohl wir nicht unbedingt im tolerantesten Bezirk von Berlin wohnen.

Wie lange hat die Stiefkindadoption bei euch gedauert?

Hier hatten wir wahnsinniges Glück. Bei Helena hat es nur 4 Monate gedauert und bei Mila 6 Monate. Wir haben aber auch Freunde, da zieht es sich mittlerweile über Jahre. Sie wohnen zwar in einem anderen Bezirk, aber es ist das gleiche Gericht zuständig. Aber da sieht man wieder, dass man leider der Willkür von Sachbearbeitern ausgesetzt ist, die einen, wenn sie das wollen, schikanieren können. Dabei kann doch besonders der Staat glücklich darüber sein, dass es Menschen gibt, die Verantwortung für ein Kind übernehmen wollen. Mich macht das sehr traurig und wütend, dass da solche Unterschiede gemacht werden.

Wie habt ihr den Umgang mit den Behörden empfunden?

Wir hatten wirklich immer Glück bisher, dafür bin ich sehr dankbar.

Habt ihr Tipps für andere Regenbogenfamilien, die am Anfang der Familienplanung stehen?

Wichtig finde ich, sich über seinen eigenen Wünsche klarzuwerden. Möchte ich eine Vaterfigur für mein Kind haben oder nicht? Das ist, wie ich finde, die elementarste Entscheidung. Danach muss man dann für seinen Traum kämpfen und wenn man den Weg wählt, den wir gewählt haben, seeeeeeeehr viel Geld sparen 😊

Was wünscht ihr euch für eure Zukunft als Regenbogenfamilie?

Ich wünsche mir, dass wir weiter so leben können, wie wir es bisher tun, nämlich ohne, dass es eine Rolle spielt, dass wir zwei Frauen mit Kindern sind. Ich liebe meine drei Mädels über alles und bin jeden Tag glücklich, dass ich eine so tolle Familie habe. Es gab Zeiten, da hätte ich das nie zu träumen gewagt, aber meine Frau hat mir gezeigt, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen. Das vergesse ich ihr nie.

Wollt ihr auch mitmachen?

Ich freue mich immer über neue Familien (auch welche in spe), die mitmachen möchten. Und ein offenes Ohr für eure Fragen habe ich auch noch – falls ihr schon immer etwas über das Thema wissen wolltet, her damit!
Hier könnt ihr mich kontaktieren – ich freue mich von euch zu hören.