Da haben wir ihn, den ersten Durchhänger bei meiner Diät. Seit meinem ersten langen Post über das Abnehmen mit Weight Watchers ist eine ganze Menge passiert. Ich habe unglaubliche 8 Kilo in 8 Wochen abgenommen und wollte kurz für einen 4-tägigen Krankenhausaufenthalt aussetzen. Keine gute Entscheidung, sage ich euch. Denn nach dem Krankenhaus kam eine Grippe, ein weiterer Krankenhausaufenthalt, Magen-Darm, Weihnachten, Silvester, nochmal Magen-Darm, Angina, Kindergeburtstag… Das Leben eben.
Seit gut zweieinhalb Monaten läuft es also diättechnisch ganz und gar nicht gut für mich. Und trotzdem habe ich es bisher geschafft, den ganz heftigen Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.

Heute möchte ich euch ein bisschen davon erzählen, wieso ich mich von diesem Durchhänger nicht beirren lasse, warum ich trotzdem davon überzeugt bin, mit Weight Watchers die richtige Lösung für mich gefunden zu haben und mit welchen Tricks ich gegen meinen Durchhänger ankämpfen werde.

Diätkiller Stress

Ich kann nicht an allen Fronten gleichzeitig kämpfen. Momentan – sprich in den letzten zwei Monaten – läuft hier zu Hause das Notfallprogramm. Das bedeutet für mich: Alle Pläne über Bord werfen, nur das Allernötigste tun und, ganz wichtig, LOSLASSEN. Wirklich. Ich brauche meine Energie gerade für das Hier und Jetzt, und das mehr denn je. Das kann man natürlich für eine Ausrede halten, womöglich ist sie es auch, aber ich merke, dass es mich kein Stück voranbringt, verbissen etwas zu versuchen, es nicht zu schaffen und mich darüber zu ärgern. Ganz im Gegenteil. Das raubt mir die Kraft für alles andere, was schlichtweg dringender ist.
Der Große ist seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr in der Kita gewesen, die Arztbesuche mit dem Kleinen und seine Pflege nehmen einen guten halben Tag in Anspruch, der Hund kommt regelmäßig zu kurz, meine Arbeit lasse ich mehr als häufig liegen, für Freunde und soziales Leben ist kaum Zeit und der Haushalt möchte auch wieder mal bedacht werden. Ach ja, schlafen muss man auch noch, wie lästig… Nein, da möchte ich mich mit einer Diät nicht zusätzlich unter Druck setzen.

Stress, wohin das Auge reicht – und leider keine Besserung in Sicht. Aber es gibt etwas, wobei mir meine Mitgliedschaft bei WW unheimlich weiterhilft (und das, obwohl sie zur Zeit eher ruht). Ich habe mich von den ganz schlimmen alten Mustern verabschiedet. Keine Eiseimer am Abend vor dem Fernseher, kein gedankenloses in-mich-hineinschaufeln, keine Kühlschranksafari zwischendurch beim Schreiben. Das bedeutet so sehr viel!

Vorbereitungen Adieu

In meinen aktiven WW-Wochen habe ich gemerkt, dass Vorbereitung das A und O ist und mir unendlich viel weiterhilft, mit meinen Punkten zurecht zu kommen. Durch sie konnte ich sogar mal den einen oder anderen Punkt für einen besonderen Anlass aufsparen.
Eine gute Vorbereitung sieht für mich so aus: Ich überlege am Freitag oder Samstag, was wir in den kommenden Tagen essen wollen. Ich blättere durch meine Rezeptbücher, lasse mich von der WW-App inspirieren oder frage nach, was gewünscht wird. Daraufhin gibt es eine sehr lange Einkaufsliste, die am Abend, wenn die Kinder im Bett sind, eingekauft wird.
Idealerweise kann ich jeden Abend schon alles, was wir für den nächsten Tag brauchen, klein schneiden und in den Kühlschrank stellen. Tagsüber wird dann alles in die Pfanne / in den Dampfgarer / in den Ofen geworfen und ich kann nebenbei etwas anderes machen.

Ich sage euch was: So ein Tagesablauf erfüllt mich wirklich. Wenn das so klappt, wie ich es mir vorstelle, kann ich daraus wirklich Kraft für den Alltag schöpfen. Weil ich mich nicht täglich damit rumschlagen muss, was wir denn essen, weil ich nicht kochen muss, während die Kinder hungrig motzen und vor allem weil ich damit meine Punkte gut unter Kontrolle habe.

DAS ist mein Ziel, da will ich wieder hin. Ich weiß, gerade fühlt sich hier jeder Tag wie ein ganz großer Ausnahmezustand an. Aber ich weiß auch, das wird sich sicher irgendwann ändern. Und dafür versuche ich jeden Tag zu sorgen, im Rahmen meiner Möglichkeiten, so, dass die Kraft, die ich dafür aufbringe, nicht für die anderen, mindestens genauso wichtigen Aufgaben fehlt.
Gerade bedeutet es konkret, meinen Fokus ein bisschen anzupassen. Wenn ich Rezepte für die Woche aussuche, liegt mein Augenmerk momentan nicht zu sehr auf den Punkten, sondern auf der Zeit, die ich für das Kochen brauche. Ist es zu aufwendig, fällt das weg. Da ist es mir wichtiger, den Spagat zwischen „allen schmeckt es“ und „es ist schnell gemacht“ hinzubekommen als hier ein punktearmes Festessen aufzutischen, für das ich im Zweifel noch eine Alternative kochen muss, weil die Kinder es nicht essen wollen.
Ich weiß, es ist nicht ideal, aber es ist ein guter Weg, das Gewicht auch bei diesen stressigen Tagen nicht vollkommen außer Acht zu lassen.

Und es gibt noch etwas, was mir gut dabei hilft, nicht direkt wieder drei Kilo die Woche zuzunehmen: Das Wissen, welches Lebensmittel wie viele Punkte in etwa hat. Normalerweise klappt das Frühstück bei uns ganz gut. Es gibt entweder 0-Punkte-Joghurt mit viel Obst oder Knäckebrot mit etwas Frischkäse, Tomaten, Salz und Pfeffer. Morgens reicht meist die Zeit noch, um ganz bewusst zu essen. Langsam kauen, warten bis man satt wird, das Essen genießen. Eine kleine Portion versorgt mich für eine ganze Weile. Und das habe ich meiner aktiven Zeit zu verdanken, in der ich die Punkte konsequent nachgeschaut und eingetragen habe.

4 Tipps gegen Durchhänger bei Weight Watchers

Gnädig zu sich selbst sein

Ich habe im letzten Jahr 14 Kilo abgenommen. 14 KILO! Das muss man sich mal vorstellen, das ist ein ganzes Kleinkind, was man nicht mehr auf der Hüfte tragen muss. Doch ganz egal, ob 1 Kilo, 5 oder 20: Ich empfinde es im verrückten Familienalltag als eine ganz große Leistung und feiere wirklich jeden Erfolg. Eine Diätpause empfinde ich weder als Belohnung noch als Showstopper. Sondern lediglich als kurze Unterbrechung eines langfristigen Plans. Das Ziel, mit Weight Watchers abzunehmen, behalte ich weiter vor Augen und denke täglich dran – somit ist es nicht ganz aus der Welt. Gleichzeitig geißele ich mich nicht dafür, es gerade nicht ganz genau zu nehmen. Ich sehe es positiv und versuche die Unterbrechung als Gelegenheit zu nutzen, mich neu zu sortieren um die Diät erneut in Angriff zu nehmen.

Nicht in die Falle „jetzt ist es eh egal“ tappen

Auf Instagram stehe ich mit euch im ständigen Austausch zu diesem Thema. Neben Stress ist diese „egal-Haltung“ eine der größten Herausforderungen beim Abnehmen. „Ich habe es gestern nicht geschafft, also ist es heute auch egal“, „ich hatte heute schon einen Burger, also kann ich die Schokotorte zum Abendessen haben“, „ich halte es eh nicht durch, also versuche ich es gar nicht erst“.
Ich erkenne mich darin absolut wieder, zu häufig erwische ich mich dabei, wie ich genau das mache. Ich war beim goldenen M, also ist es für heute gelaufen, her mit den gesalzenen Erdnüssen. Schlimm! Und hier zeigt sich für mich mal wieder: Abnehmen beginnt im Kopf. Ich kämpfe sehr mit diesem Muster – aber es zu sehen, es zu erkennen und darüber zu reden bringt mich ein ganzes Stück weiter.

Sport im Alltag einbinden

Meinst du wirklich, ich habe neben all den Dingen, die ich oben genannt habe, Zeit, Lust oder den Kopf für Sport? Nein, nicht wirklich. Ich wünschte mir wirklich von Herzen, ich würde die eine Sportart finden, die mich so begeistert, dass ich ohne sie nicht leben kann. Oder dass es Klick machen würde und mein Körper nach Sport schreien würde. Leider ist das auch nach 164 ausprobierten Sportarten immer noch nicht der Fall und ich befürchte, das wird sich so schnell nicht ändern. Das Haus zu verlassen um Sport zu machen, ist für mich eine viel zu große Hürde, die ich gerade nicht schaffen kann. Also versuche ich mit ganz kleinen Minischritten ein bisschen was zu tun.
Dabei hilft mir mein Balance-Board total! Ehrlich, simpler könnte es nicht sein: Ich steige darauf während ich die Wäsche mache, fertig. Ich kann es jedem nur empfehlen! Die Boards gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und für alle Geldbeutel. Es braucht wenig Platz, ist schnell verstaut, man trainiert das Gleichgewicht und hat viel Spaß dabei. Meistens 🙂 Das Prinzip ist denkbar einfach: man balanciert auf einem Holzbrett, das auf einer Rolle oder auf einem Kissen liegt. Sieht sehr einfach aus, ist aber schon eine Herausforderung, stabil darauf zu stehen. Um das zu vermeiden, was mir letzte Woche passiert ist, empfehle ich eher das Kissen, da ist die Unfallgefahr deutlich geringer… Ich werde demnächst einen Beitrag dazu schreiben, du kannst mir gerne deine Fragen in den Kommentaren hinterlassen.

Sofort anfangen

Ja, ich weiß 😄 Wasser predigen und Wein trinken, das kann ich gut 😄 Aber meinen letzten und wichtigsten Tipp möchte ich trotzdem mit dir teilen. Sofort anfangen. Die Nummer mit „und ab morgen achte ich auf die Punkte, bringe die Kinder mit dem Fahrrad in die Kita und trinke mehr Wasser“ haut einfach nicht hin. Wirklich nicht. Irgendetwas ist immer und zack, sind wieder ein paar Wochen rum. Auch wenn man gerade all seine Punkte für ein äußert ungesundes Mittagessen ausgegeben hat – vor dem Abendessen ist noch Zeit, wieder einzusteigen.

Und damit möchte ich diesen Beitrag abschließen – nach meinem gestrigen Besuch beim goldenen M wird mein Abendessen besser ausfallen. Und mein Frühstück. Und mein Mittagessen morgen. Bist du dabei? Ich würde mich sehr, sehr freuen! Auf in die zweite Runde!

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